Emil Nolde – zwischen Farbenreichtum und braunem Gedankengut
Emil Nolde wurde am 7.August in Nolde, Nordschleswig geboren und starb 1956 in Seebüll, Nordfriesland. Er wird zur Strömung des Expressionismus gezählt. Er wuchs zunächst in Preußen auf, das bis 1920 noch zum Deutschen Reich gehörte, später aber zu dänischem Einzugsgebiet zählte. Nolde erhielt im Zuge dessen die dänische Staatsbürgerschaft, die er auch nicht mehr ablegte bis zu seinem Lebensende. Nolde war überaus populär für seine besondere Farbwahl – insbesondere seine Aquarelle genießen den Ruf, farblich besonders ausdrucksstark zu sein.
Nach dem Landleben auf dem Hof seiner Eltern und dem Besuch von deutschen Schulen, begann er 1884 eine Ausbildung als Schnitzer und Zeichner an der Kunstgewerbeschule Flensburg. Verschiedene Tätigkeiten von Restaurationen über Landschaftsaquarelle bis hin zu Zeichnungen verschafften ihm einen guten Ruf. So konnte er mit den ersten Postkarten, die in aquarell gezeichnete Berge der Schweiz darstellten, ein wenig Geld verdienen. Später versuchte er an der Münchener Kunstakademie einen Platz zu erhalten, wurde jedoch abgewiesen. Anschließend brach er die Ausbildung an der Privaten Malschule in Dachau ab und ging nach Paris an die Akademie Julian.
1902 benannte er sich nach seinem Heimatdorf Nolde und malte hauptsächlich Landschaften. In der Folge wurde er Mitglied der Künstlergruppe “Brücke”, die als Grundstein des Expressionismus gilt. Wenig später verließ er diese Gruppe und traf Edvard Munch. 1909 wurde er Miglied in der “Berliner Sececcion”, die sich von dem akademischen Kunstbetrieb in Deutschland abspalten bzw. befreien wollte. Nach Zerwürfnissen bildete sich die “Neue Sececcion”, deren Austellungen erfolgreicher waren als die der “alten”.
Nolde vergrößerte sein Repertoire an Motiven und bekam zunehmend Anerkennung vom Fachpublikum und der Öffentlichkeit. In der Folge wurde er als Maler und Aquarellist überaus berühmt, wurde jedoch im Nationalsozialismus diffamiert, obwohl er bekennender Nazi war. Zwei seiner Werke wurden auf der NS-Kunstausstellung “Entartete Kunst” gezeigt. Sie diente dazu, Kunst zu präsentieren, die nicht im Einklang stand mit den Überzeugungen der Nazis.
Nach seinem Tod 1956 wurde er noch durch verschiedene Ausstellungen (z.b. Documenta 2) geehrt, allerdings ohne einen Bezug zu seinem germanischen Gedankengut oder seinem belegten Antisemitismus.