Ilja Jefimowitsch Repin – Meister des Realismus
Ilja Jefimowitsch Repin war ein Bildhauer und zu seinen Lebzeiten der bedeutendste russische Maler des Realismus und der Künstlergruppe der Peredwischniki, zu deutsch: die Wanderer. Abgesehen von Portraitbildern, setzen sich seine Bilder mit der Russischen Vergangenheit, biblischen Motiven und kritisch mit sozialen Missständen in der Gesellschaft auseinander. Repins Gemälde spiegeln dabei nicht nur intensiv eine psychologische Dimension durch die Gesichtsausdrücke der Figuren wider, sondern erlangen aus den dargestellten, emotionalen Kontrasten eine besondere Tiefe. Die Bilder, die er unmittelbar vor der Ermordung des Zaren geschaffen hat, welche sich mit dem Thema der Revolution auseinandersetzen, gelten dabei als das Meisterwerk, was die psychischen Kontraste betrifft.
Das Bild „Iwan der Schreckliche“, das zwischen 1870 und 1873 entstand ist wohl die intensivste Darstellung der Gefühlswelt. Es zeigt den entsetzten Iwan, der seinen tödlich verwundeten, fast leblosen Sohn umklammert. Kurz zuvor hatte er ihn in Raserei darüber, dass dessen Gemahlin zu leicht bekleidet war, verwundet.
Das Gemälde „Kreuzprozession im Gouvernement Kursk“ gilt oft als Grundvorlage des russischen Nationalstils. Die Darstellung der verschiedene Klassen und Bevölkerungsgruppen ruft eine starke Spannung hervor. Diese wird durch die Gesellschaft vereinende, religiöse Handlung in der gleichmäßigen Prozession wiederum aufgehoben.
Wirkung Repins auf die Gesellschaft
Durch diese Themen und Methoden hob sich Repin vom akademischen Formalismus ab und traf den Nerv der Zeit. Repin, der 1844 geboren wurde, erlebte den Ersten Weltkrieg und die Gründung der Sowjetunion mit und war in dieser ein immer noch hoch angesehener Künstler. Repin gilt als Vorbild für den sozialen Realismus, die dominierende Kunstform im sowjetischen Kommunismus, die sich allerdings auch den Vorwurf gefallen lassen muss, propagandistisch zu sein. So wurde nicht nur die handwerkliche Meisterschaft Repins durch den sozialen Realismus niemals erreicht, auch entfaltete sie nie ein entsprechendes kritisches Potential.
Berühmte Künstler, die sich vom Realismus im 20. Jahrhundert weiterentwickelt hatten, lernten ihr Handwerk bei Repin, so auch Marianne von Werefkin. Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts setzte sich die russische Kultur immer stärker mit Repin auseinander, so dass sich in den 30er Jahren regelrecht eine Repin-Bewegung entwickelte. Aber auch heute ist Repin immer noch gefragt.