Jugendstil – geschwungene Linien, Muster und Ornamente

Der Begriff Jugendstil ist vor allem in unserem Sprachraum populär. Im Zuge der 1896 gegründeten Zeitschrift ‘Jugend’ wurde der Begriff prägend für eine Stilrichtung in Kunst, Architektur und Design. Zu dieser Zeit war noch eine kritische Bedeutung vorherrschend, um die Nachahmung von Werken, die die Industrie in Serie fertigte, kritisch zu hinterfragen. Später wurde der Begriff zu einem wichtigen Etikett einer kurzen aber kunstgeschichtlichen wirksamen Epoche.

Man spricht von Jugendstil, wenn bestimmte Stilelemente an verschiedenen Objekten vorherrschen: Diese Elemente können aufwendige Muster und Ornamente sein. Eine abgerundete, geschwungene Formensprache ist genauso erkennbar wie ungewöhnliche Formen, die majestetisch anmuten. Allerdings grenzt der Begriff ‘Jugendstil’ nicht einzelne Strömungen ab: So spricht man auch von Jugendstil, wenn eine Strömung innerhalb der Kunst oder der Architektur, sich von althergebrachten Regeln der Kunst – in diesem Fall die des Historismus – distanzieren will. Wie oft in der Kunstgeschichte ist auch hier ein Gegensatz zu älteren Schulen, Stilen und Kunstregeln erkennbar: Nicht der Historismus bestimmt, was gemalt oder entworfen wird, sondern das ästhetische Empfinden des Künstlers oder des Betrachters. Vertreter des Jugendstils lassen sich eben nicht so einfach dem Jugendstil zuordnen. Vielmehr ist Jugendstil ein Sammelbegriff für verschiedene Entwicklungen aus kunstgeschichtlicher Sicht.

Der deutsche Jugendstil war vor allem in München bekannt: Durch die Wochenzeitschrift ‘Jugend’ erlangte der Stil zunächst in München und später in ganz Deutschland viel Beachtung. Künstler, Maler, Grafiker und Architekten wie Otto Eckmann, Herman Obrist, Bernhard Pankok, Bruno Paul oder August Endell trugen viel zur Bekanntheit des Jugendstils bei. Einige ihrer Werke gelten noch heute als klassische Werke des Jugendstils. Ob Gemälde, Designobjekt oder monumentales Bauwerk – der Jugendstil ist auch heute noch sehr präsent.

 

 

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