Kubismus
Schon wenige Jahre nachdem der Fauvismus als erste Stilrichtung der Klassischen Moderne das Licht der Welt erblickte, folgte ihm bereits der Kubismus, welcher nach herrschender Auffassung die revolutionärste Bewegung innerhalb der Malerei des 20. Jahrhunderts darstellt.
Als Begründer des Kubismus gilt Pablo Picasso mit seinem berühmten Gemälde Les Demoiselles d’Avignon (1906–1907). Endgültig etabliert wurde der Begriff 1909, als Louis Vauxcelles während einer Bildbesprechung zweier Gemälde Georges Braques erstmalig von peruvianischem Kubismus sprach. Braque, der bei seinem ersten Kontakt mit Kubismus in Picassos Atelier zuerst verwirrt war und spontan eine ablehnende Haltung gegenüber dem neuen Stil einnahm, entwickelte schon kurz nach diesem Erstkontakt ein tiefes Verständnis für Picassos Arbeit und wurde ebenfalls zu einem der ersten Künstler, die den Stil mitprägten.
Wenn man nun das Wort „Kubismus“ vernimmt, so drängt sich dem unbescholtenen Hörer vielleicht der Gedanke auf, dass es sich hier um einen Malstil handeln könnte, bei dem insbesondere der Kubusform mit Hingabe gehuldigt werden möge. Dies ist jedoch mitnichten der Fall.
Zur Charakterisierung des Stils haben sich mittlerweile zwei Ansichten durchgesetzt. Einer Ansicht nach wird im Kubismus die dem Hauptmotiv innewohnende Werte- und Kräfteverteilung in den Vordergrund gerückt. Das geschieht regelmäßig derart, dass vieles, was nicht in direktem Zusammenhang mit der Aussage des Bildes steht, in abstrakter, kaum nachvollziehbarer Weise gezeichnet wird. So ergibt sich für den ungeübten Betrachter auf den ersten Blick oftmals nur ein wirres Durcheinander, welches für spontane Verwirrung sorgen kann. Dieser verwirrende Aspekt des Drumherums führt auch zur zweiten Ansicht, welche den Kubismus über eben diese Abstraktheit definiert, indem sie ihn, einfach ausgedrückt, als totalen Bruch mit allen seit der Renaissance tradierten Regeln der Malerei sieht.